Verflucht normal | Eindringlich und verf*ckt unterhaltsam – Das Biopic des Jahres?!

F****, f*****, S**** – der Tele-Stammtisch widmet sich „Verflucht normal“, der bewegenden wahren Geschichte des schottischen Aktivisten und Kampagnenführers John Davidson, der sich für mehr Sichtbarkeit und Aufklärung rund um das Tourette-Syndrom engagiert. Der Film begleitet ihn – beziehungsweise seine filmische Verkörperung durch Robert Aramayo („Die Ringe der Macht“) – von der Kindheit bis ins Erwachsenenalter und entwickelt sich laut Laura und Stu zu einem der vielversprechendsten Crowdpleaser des Jahres, ausdrücklich im positiven Sinne. Im Podcast wird diskutiert, warum die Tragikomödie so gut funktioniert, weshalb der Titel im vergangenen Jahr auch durch negative Schlagzeilen auffiel und wieso sich ein Kinobesuch für „I Swear“ (Originaltitel) unbedingt lohnt. Der Film startet am 28. Mai in den deutschen Kinos.

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Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)

Michael | Michael-Jackson-Biopic: Bietet das Kinoepos über den King of Pop mehr als billigen Fanservice?

Mit „Michael“ drehte „Training Day“-Regisseur Antoine Fuqua ein Biopic über das Leben von Michael Jackson, das den Aufstieg zur globalen Musikikone nachzeichnet. Der Film beginnt bei den frühen Jahren als Mitglied der The Jackson 5 und verfolgt seinen Weg zum „King of Pop“, verkörpert von Jaafar Jackson, dem Neffen der verstorbenen Musiklegende. Im Fokus steht der kometenhafte Karriereschub, geprägt von musikalischem Ehrgeiz, legendären Bühnenmomenten und weltweitem Ruhm, während zugleich wachsender öffentlicher Druck, mediale Dauerbeobachtung und zunehmende Isolation abseits der Bühne thematisiert werden. „Michael“ beleuchtet außerdem die inneren Konflikte eines Künstlers zwischen Perfektion, Erwartungshaltung und persönlicher Zerbrechlichkeit und zeichnet so das Porträt einer der prägendsten Figuren der Popgeschichte. Gleichzeitig stellt sich die Frage, inwieweit das Biopic auch die weniger glanzvollen Seiten seines Lebens abbildet, da Rechtefragen und die Perspektive der Beteiligten Einfluss auf die Darstellung haben könnten. Ob „Michael“ über eine klassische, möglicherweise geglättete Musikerbiografie hinausgeht und sich von der Gleichförmigkeit moderner Biopics löst, diskutieren Kathi und Stu im Podcast.

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Is This Thing On? | Bradley Cooper inszeniert Midlife-Crisis als Stand-up-Drama – und verfehlt die Pointe

Nach „A Star Is Born“ und „Maestro“ bleibt Bradley Cooper auch mit seiner dritten Regiearbeit dem Künstlerleben treu – wenn auch diesmal mit komödiantischem Anstrich. In „Is This Thing On?“ (Kinostart: 19. März) erzählt er die lose auf dem Leben des britischen Stand-up-Comedians John Bishop basierende Geschichte eines Mannes in der Midlife-Crisis. Alex, gespielt von Will Arnett, ist Familienvater und steht nach über 20 Jahren Ehe plötzlich vor den Trümmern seiner Beziehung. Die einvernehmliche Trennung von seiner Frau Tess (Laura Dern) stürzt ihn in eine Identitätskrise – und führt ihn schließlich auf eine kleine Bühne in einem schummrigen Comedyclub, wo er sich bei einer Open-Mic-Night erstmals als Stand-up-Comedian versucht. Schnell wird klar: Alex besitzt ein natürliches Gespür für Timing, Selbstironie und die Kunst, persönliche Krisen in pointierte Beobachtungen zu verwandeln. Der Applaus des Publikums wirkt wie Balsam, das Erzählen auf der Bühne wird zur Therapie, das Rampenlicht zum Rettungsanker. Was nach einer ebenso humorvollen wie berührenden Tragikomödie über Neuanfänge, Selbstfindung und die heilende Kraft der Kunst klingt, entpuppte sich für Laura (Sternberg, nicht Dern) und Stu jedoch als überraschend ernüchternde Erfahrung – weder große Lacher noch echte emotionale Involvierung wollten sich einstellen. Woran das liegt, analysieren sie ausführlich im Podcast: Dort geht es nicht nur um vertane Chancen, ein schwaches Script und die Frage, ob Cooper Stand-up mit Poetry Slam verwechselt hat, sondern auch um einen lebensrettenden Apfelstrudel und Propaganda für Space Cookies.

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Nouvelle Vague | Kultklassiker und französische Filmrevolution: Richard Linklaters Hommage, die sogar Tarantino begeisterte

„Boyhood“-Regisseur Richard Linklater liebt die Nouvelle Vague, jene einflussreiche Bewegung des französischen Kinos, die in den 1960er-Jahren ihren Siegeszug antrat und Filmlegenden vor wie hinter der Kamera hervorbrachte. Vor allem ein Werk steht stellvertretend für diese Strömung: „Außer Atem“ von Jean-Luc Godard, ein Meilenstein der Filmgeschichte, der das Gangster- und Liebesdrama neu definierte. Genau um die Entstehung dieser stilprägenden Geschichte dreht sich „Nouvelle Vague“, der am 12. März in den deutschen Kinos startet. Laura und Chris konnten sich den Titel bereits ansehen und verraten euch im Podcast, ob sich Linklaters Liebeserklärung an die französische Filmrevolution nur an Kennerinnen richtet oder ob auch Neueinsteigerinnen und Unwissende Zugang zu diesem cineastischen Porträt finden. Dass „Nouvelle Vague“ zudem von Quentin Tarantino gleich zweimal im Kino gesichtet wurde, unterstreicht die Strahlkraft dieses Films, der gleichermaßen Hommage, Geschichtsstunde und leidenschaftliches Plädoyer für die Magie des Kinos zu sein scheint.

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The Testament von Ann Lee | Amanda Seyfried im radikalen Historien-Musical

„Der Brutalist“ wird gefolgt von „The Testament of Ann Lee“. Unter der Regie von Mona Fastvold – Kreativ- und Lebenspartnerin von Brady Corbet – erzählt der Film von der Gründung der Shaker, einer religiösen Gemeinschaft, die im 18. Jahrhundert von der Titelfigur Ann Lee ins Leben gerufen wurde. Amanda Seyfried verkörpert die zentrale Rolle und ist nach ihrem Auftritt im Camp-Thriller „The Housemaid 2“ erneut in einem ganz anderen Setting zu sehen. Doch „The Testament of Ann Lee“ ist eine andere Hausnummer: Historienfilm, Musical, Biopic und Tanzfilm zugleich – ein ambitioniertes Experiment, das viel zu bieten hat. Ob das alles zusammenpasst, für welche Zuschauer der Film geeignet ist und warum Kunst und Emotionen nicht immer harmonieren, darüber und mehr sprechen Sam und Stu im Podcast.

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